Schöne, neue, intelligente Welt – wie künstliche Intelligenz uns allen helfen kann

© Heidelberg Laureate Forum Foundation / Christian Flemming – 2016

In intelligenten Robotern und Geräten mit künstlicher Intelligenz steckt unheimlich großes Potential, um das Leben der Menschen zum Positiven zu verändern.

Und das beste ist: Das ist gar keine Zukunftsmusik. Es passiert jetzt gerade. Knapp fünf Millionen Haushaltsroboter wurden letztes Jahr verkauft und für 2018 werden 38 Millionen erwartet, prognostizierte Noel Sharkey, einer der Direktoren der Stiftung für verantwortungsvolle Robotics und Teilnehmer der Podiumsdiskussion zu künstlicher Intelligenz beim Heidelberg Laureate Forum.

Haushaltsroboter, die Rasen mähen, beim kochen helfen, im Krankenhaus helfen und alten Menschen Gesellschaft leisten. Es werden nicht nur immer mehr Geräte, sie werden auch immer besser. Holger Schwenk von Facebook Artificial Intelligence Research Paris zitierte Moore’s law und prophezeite, dass bis in 10 Jahren neuronale Netze das menschliche Gehirn mit seinen 10^11 Neuronen und 10^16 Rechenschritten pro Sekunde übertreffen würden.

Genauso wenig, wie Flugzeuge Flügel haben, die genau denen von Vögeln nachgebiet sind, bilde künstliche Intelligenz das Gehirn nach, sondern lasse sich davon inspirieren, dozierte Schwenk.

Die Vorteile der Roboter und die Anwendungen sind beinahe grenzenlos. Sie können zum Beispiel in Coktailbars die Drinks mixen. Oder Hamburger zubereiten. Der Rekord liegt aktuell wohl bei 400 Stück pro Stunde,  wie Sharkey meinte. Schlange bei Burgerking und McDonalds ade.

Beim sogenannten “Deep Learning” lernt eine am Anfang recht einfältige Maschine anhand tausender Trainings- und Testdatensätzen zum Beispiel Elemente auf Bildern zu erkennen, und kann so alte Aufnahmen nachkolorieren. Oder Gesichter erkennen. Oder Handschriften lesen (und schreiben). Oder Videos analysieren. In Echtzeit, wie Jim Hendler, einer der Gründer des sogenannten “Semantic Web” vorführte.

Und wenn eine Maschine Videos analysieren und darauf reagieren kann, kann sie das auch ich der realen Welt. Selbstfahrende Autos sind ein Beispiel hierfür. Wenn alle Fahrzeuge autonom führen, gäbe es keine “Phantomstaus” mehr. Ampeln wären überflüssig und der Verkehr an Kreuzungen könnte wie auf dem eingebundenen Video fließen.

Kurzfilm “Rush Hour” von Fernando Livschitz

Künstliche Intelligenz kommt auch im größeren Maßstab zum Einsatz. Vom intelligenten Verkehrsmanagement zu Smart Cities mit Smart Grids, also der dezentralen Produktion und dem intelligenten Verbrauch von Energie. Ein Aspekt der in der Hot Topic Session von Dirk Helbig, Professor für Computational Social Science an der ETH Zürich, nur gestreift wurde.

Smart Watches messen uns mit bis zu sechzehn unterschiedlichen Sensoren aus und planen maßgeschneiderte und potentiell lebensverlängernde Fitnessprograme. Sie schlagen in Ausnahmesituation Alarm und können uns so sogar das Leben retten. Von der Altenpflege bis zur Kinderbetreung. Alles könnte von Robotern und intelligenten Wearbles unterstützt und übernommen werden.

Raj Reddy von der Carnegie Mellon Universität erinnerte ganz zu Anfang der Session an die 3 Milliarden Menschen, die kaum oder gar nicht lesen können und denen daher der Zugang zu moderner Technik verwehrt bleibe.

Jener Teil der Menschheit stelle einen unvorstellbar großen Markt da, der durch Geräte erschlossen werden könnte, die durch künstliche Intelligenz fähig wären, die Benutzer auch ohne Eingabegreäte zu verstehen.

Was für eine neue Welt. Schön wäre sie. Oder?

Dieser Artikel ist der erste Teil einer zweiteiligen Serie über die Hot Topic Session zu künstlicher Intelligenz beim vierten Heidelberg Laureate Forum. Die Diskussion wurde von Christoph Drösser moderiert. Auf dem Podium saßen: Vint Cerf, Thomas Dreier, Dirk Helbig, Jim Hendler, Raj Reddy, Holger Schwenk und  Noel Sharkey.

Der Beitrag Schöne, neue, intelligente Welt – wie künstliche Intelligenz uns allen helfen kann erschien zuerst auf Heidelberg Laureate Forum.