Die Laureaten

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Dabbala Rajagopal Reddy

geboren am 13. Juni 1937 in Katoor, Andhra Pradesh (Indien)

Turing Award (1994) „für sein bahnbrechendes Design und die Konstruktion großer Systeme künstlicher Intelligenz, die die praktische Wichtigkeit und den möglichen kommerziellen Auswirkungen einer Technologie der künstlichen Intelligenz belegten.”

Reddy, Sohn eines Landbesitzers, studierte zunächst Bauingenieurwesen am College of Engineering in Guindy, Madras, Indien, (heute Anna University, Chennai; Bachelor of Science 1958). Er schloss ein Masterstudium an der University of New South Wales in Australien ab (Master of Technology, 1960). Danach arbeitete er als Applied Science Representative für IBM (1960-63), bevor er an der Stanford University, USA, in Informatik promovierte (Ph.D. 1966). Gleich anschließend arbeitete er als Assistenzprofessor für Informatik in Stanford (1966-69). 1969 ging er an die Carnegie Mellon University, als Associate Professor für Informatik, wurde dort 1973 Professor und 1984 University Professor. Er spielte eine führende Rolle an der Carnegie Mellon University, unter anderem bei der Gründung und Leitung des Robotics Institute (1980-92), bei der Leitung der School of Computer Science (1991-99) und als Herbert A. Simon Professor und später mit der Moza Bint Nasser University Professur für Informatik und Robotik.

Reddy ist bekannt für sein soziales Engagement. Er arbeitete jahrelang am so genannten “Million Book Project”, das 2007 eine Million grundlegende Lehrbücher aus allen Wissenschaften kostenlos online zur Verfügung stellte. Er half auch bei der Gründung der Rajiv Gandhi University of Knowledge Technologies (www.rgukt.in) in Indien, die sich besonders um die Bildung begabter ländlicher Jugendlicher mit geringem Einkommen bemüht. Er ist auch Vorsitzender des International Institute of Information Technology, Hyderabad (http://en.wikipedia.org/wiki/IIIT_Hyderabad).

Reddy wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem indischen Padma Bhushan (2001), dem Okawa-Preis (2004) sowie dem Vannevar Bush Award der US-amerikanischen National Science Foundation (2006).

Raj Reddy verbrachte Jahre damit zu erforschen, wie Maschinen und Menschen besser zusammenarbeiten können. Wie kann man einen Roboter steuern? Wie kann man Computern beibringen, Muster wie Gesichter auf Bildern und in Filmen zu erkennen? Können Computer die menschliche Sprache verstehen? Wie kann man Roboter bauen, die sich (zumindest teilweise) so verhalten, als seien sie intelligent? Während er an seiner Doktorarbeit schrieb, konzentrierte sich Reddy für das Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) auf Spracherkennung, inspiriert unter anderem durch seine eigene Vielsprachigkeit. Nach seiner Doktorarbeit auf dem Gebiet der Spracherkennung entwickelte Reddy in Stanford und später an der Carnegie Mellon University die ersten funktionierenden Spracherkennungssysteme.