Die Laureaten

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Dana S. Scott

geboren am 11. Oktober 1932 in Berkeley, Kalifornien (USA)

Turing Award (1976), “zusammen mit Michael O. Rabin, für ihre gemeinsame Arbeit ‘Finite Automata and Their Decision Problem’, die den Begriff der deterministischen Maschine einführte, ein Konzept, das sich als höchst wertvoll erwiesen hat. Die klassische Arbeit von Scott und Rabin wurde zu einer stetigen Inspirationsquelle für spätere Arbeiten auf diesem Gebiet.”

Dana Scott studierte an der University of California, Berkeley, USA (Bachelor of Arts 1954). Er promovierte an der Princeton University (Ph.D. 1958) bei Alonzo Church. Anschließend lehrte Scott an der University of Chicago (1958-1960) und kehrte dann nach Berkeley zurück, um dort Assistant und Associate Professor (1960-1963) zu werden. Er lehrte Logik und Mathematik an der Stanford University als Associate Professor (1963-1967), bevor er einen Lehrstuhl (1967-1969) erhielt. Zwischen 1968 und 1969 erhielt er eine Gastprofessur in Amsterdam, Niederlande. Wieder in den USA lehrte Scott Philosophie und Mathematik an der Princeton University (1969-72), ging dann als erster Professor für Mathematische Logik an die Universität Oxford, Großbritannien (1972-1981). Er lehrte Informatik, Mathematische Logik und Philosophie an der Carnegie Mellon University (1981-1989) und wurde Hillman Professor für Informatik (1989 bis 2003). Für ein Jahr von 1992 bis 1993 unterrichtete er auch symbolische Berechnung und Logik an der Universität Linz, Österreich. Im Juli 2003 emeritierte Scott. Im Laufe der Jahre betreute er die Arbeiten von 42 Doktoranden.

Scott ist Ehrendoktor der Rijksuniversiteit Utrecht (1986), der Technischen Universität Darmstadt (1995), der University of Edinburgh (1995) und der Universität von Ljubljana (2003). Er erhielt unter anderem den Leroy P. Steele Prize der American Mathematical Society (1972), den Harold Pender Award der University of Pennsylvania (1990), den Rolf Schock Preis in Logik und Philosophie der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften (1997), die Bozen-Medaille für Verdienste in den mathematischen Wissenschaften der Tschechischen Akademie der Wissenschaften (2001) und die Gold-Medaille des Sobolev-Instituts für Mathematik, Novosibirsk, Russland (2009).

Scott arbeitete im Jahre 1957 gemeinsam mit Michael Rabin an endlichen Automaten, während eines Sommer-Forschungspraktikums bei IBM Research, in Yorktown Heights, NY. Die Arbeit basierte auf vorangegangenen Arbeiten von Myhill, Nerode und Kleene. Dana Scott wurde anschließend ein international anerkannter mathematischer Logiker, dessen Arbeit Informatik, Mathematik und Philosophie überspannt. Er lieferte bahnbrechende Beiträge zur Automaten-Theorie, zur modalen Logik sowie zu Modelltheorie, Mengenlehre und der Theorie der Programmiersprachen. Er arbeitete grundlegend an der Logik der Gegenwart mit und ist für die Schaffung der Domain-Theorie bekannt, eines Zweiges der Mathematik, der wesentlich für die Analyse von Programmiersprachen ist.